| Grußwort Dr. Heino Falcke (Erfurt) |
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| Liebe Kirchentagsfreunde |
Aus dem fernen Erfurt grüße ich Sie herzlich
zu Ihrem Bodensee-Kirchentag! Seit ich in den achtziger Jahren an dem Bodensee- Kirchentag in Lindau teilnahm, fühle ich mich mit diesem Projekt besonders verbunden. Erfunden hatte den Bodensee-Kirchentag der ideenreiche Schorsch Kugler, der damalige Pfarrer von Lindau. Er hatte auch die kühne Idee, mich aus Erfurt dazu einzuladen, damit ich den Bodensee-Christen etwas über das Bekennen des christlichen Glaubens sage. Er meinte, in dem ostdeutschen Staat, der den Atheismus zur Staatsreligion gemacht hatte, sei das Bekennen des christlichen Glaubens nicht so einfach und darum vielleicht erzählenswert. Als noch schwieriger stellte sich in den achtziger Jahren freilich heraus, in der DDR vom Friedensdienst der Christen und ihrer Wehrdienstverweigerung zu sprechen, und von den Menschenrechten und von Gottes Auftrag, die natürliche Umwelt zu bewahren. Davon redeten wir damals als Kirchen und Christen in der DDR, weil wir meinten, das gehöre zum Bekennen des Glaubens dazu. Daraus wurde dann die Revolution im Herbst 1989. Danach – Sie wissen schon – fiel die Grenze, und es kam die deutsche Einheit. Als ich nach Lindau kam, gab es die Grenze noch, und Reisegenehmigungen waren ein Riesenproblem. Darum fand ich es so erstaunlich und wunderbar, dass Sie um den Bodensee Liebe Kirchentagsfreunde herum einen grenzüberschreitenden Kirchentag feiern. Sie nahmen etwas vorweg, was wir in Europa anstrebten und inzwischen auch schon fast erreicht haben. Solche Hoffnungssymbole zu schaffen für etwas, was es noch gar nicht gibt, ist eine wichtige Aufgabe für Christen, weil uns eine Hoffnung für die Welt anvertraut ist. Ihre Kirchentagslosung „Die Frucht der Gerechtigkeit wird Friede sein“ spricht ja auch davon. Als 1989/90 der Rüstungswahnsinn zwischen Ost und West aufhörte, erlebten wir etwas davon. Nicht nur das Unrecht im Osten hörte auf, die Nachkriegsgeschichte des schrecklichen Unrechtskrieges, den Hitler-Deutschland ausgelöst hatte, endete. Das gibt es also, dass Unrecht aufhört und der Friede eine Chance bekommt; dass Menschen, Völker, Staaten einander gerecht werden, und Friede ist die Frucht. Ich wünsche Ihnen, dass diese Hoffnung auf Ihrem Kirchentag stark wird, dass Ihnen vieles einfällt, wie diese Hoffnung praktisch wird und dass Sie im gemeinsamen Hören, Reden und Singen die Kraft des Friedens erfahren, den Gott in unsere Herzen geben will. Herzlich grüßt Sie Ihr Bodensee-Kirchentags-Fan ![]() Heino Falcke |
| Café der Begegnung 10-17 Uhr im Diakonischen Werk |
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